Sturm

Nach der verletzungsbedingten Pause meldet sich das Trio Aoide diesmal mit einem rein barocken Programm zurück.

Georg Friedrich Händel: Sonate für Violine und BC in D-Dur HWV 371

  1. Affetuoso
  2. Allegro
  3. Larghetto
  4. Allegro

Georg Friedrich Händel wurde 1685 in Halle geboren und starb 1759 in London. Seine Jugend hatte er in Deutschland und Italien verbracht. In Hamburg, wo Händel zuerst als zweiter Geiger und später Cembalist an der berühmten Oper am Gänsemarkt tätig war, entstanden bereits seine ersten Opern.

1720 wurde Händel musikalischer Direktor der Royal Academy of Music in London und 1727 schließlich englischer Staatsbürger. Am Ende seines Lebens war Händel einer der erfolgreichsten Komponisten seiner Zeit und wahrscheinlich auch einer der wohlhabendsten. Seinen Ruhm verdankt er in erster Linie seinen rund 40 Opern und 25 Oratorien, darunter das berühmte Oratorium „The Messiah“. Jedoch auch seine Concerti grossi, Orgelkonzerte und einige Kommermusikwerke wurden viel beachtet, so auch die Violinsonate in D-Dur.

Die Sonate in D-Dur für Violine und Basso Continuo wurde um 1750, also in der letzen Schaffensperiode Händels vor seiner Erblindung, komponiert. Wie damals üblich ist die Begleitung lediglich als Generalbass ausgesetzt, enthält also nur eine Bassstimme und Angaben zur Harmonie und überlässt die konkrete Ausgestaltung den Interpreten.

Carl P.E. Bach: Konzert für Violoncello in a-Moll Wq 170

  1. Allegro assai
  2. Andante
  3. Allegro assai

Carl Philipp Emanuel Bach (* 1714 in Weimar, † 1788 in Hamburg), der zweitälteste Sohn Johann Sebastian Bachs, galt vielen Zeitgenossen als eines der größten Musikgenies seines Jahrhunderts. Wie kein anderer Komponist schaffte er, die „Empfindsamkeit“ des Sturm und Drang packend in Musik umzusetzen.

In seiner Musik wandte er sich von der Regelhaftigkeit und formalen Strenge, welche noch die Kompositionen seines Vaters geprägt hatten, ab. Stattdessen forderte er einen Vorrang des Gefühlsausdrucks in der Musik ein, ihm kam es auf tief empfundene Emotionen und ehrlich gefühlte Empathie an.

Mit seinem um 1750 (also zeitgleich mit der Violinsonate von Georg Friedrich Händel) komponierten Cellokonzert bewegte sich Carl Philipp Emanuel Bach darüber hinaus auch in der Instrumentierung auf ungewöhnlichem Terrain. Denn bisher hatte das Cello fast ausschließlich der Begleitung im Rahmen des Generalbass gedient. Und Bach reizte dieses Neuland gleich exzessiv aus, indem Cello und Orchester ganz im Sinne des Sturm und Drang kontrastreich zwischen empfindsamen Passagen voll Sensibilität, wilden, virtuosen Ausbrüchen voll Energie und verspielter Ironie voller Humor hin und her gerissen wird.

Die Noten zu dieser Aufführung stammen zum Teil aus der kritischen Edition Carl Philipp Emanuel Bach: Die gesammelten Werke (www.cpebach.org) wurden vom Herausgeber, der Packard Humanities Institute of Los Altos, Kalifornien, öffentlich zugänglich gemacht.

Antonio Vivaldi: Konzert für Violine und Cello in B-Dur RV 547.

  1. Allegro moderato
  2. Andante
  3. Allegro molto

Vivaldi (* 1678 in Venedig, † 1741 in Wien) war ein Komponist und Violinvirtuose, der maßgeblich dafür verantwortlich war, dass sich die Gattung der Solokonzerte zu einer der Hauptformen Barocker Musik etabliert hat, und viele Musiker in ganz Europa beeinflusst hat. In seinen 500 Konzerten hat er dabei mit verschiedensten Besetzungen und ihren Klangmöglichkeiten experimentert. So hatte er auch bereits vor Carl Philipp Emanuel Bach das Cello als Soloinstrument eingesetzt.

Vivaldi etablierte nachhaltig die dreisätzige Konzertform mit schnellen, virtuosen Ecksätzen und einem langsamen Mittelsatz mit lyrischen Kantilenen des Soloinstruments. In den Ecksätzen hat Vivaldi maßgeblich die Ritornell-Form etabliert, in welcher thematisch sich wiederholende Tuttipassagen als Refrain von virtuosen, musikalisch meist zum Refrain im Kontrast stehenden Episoden der Soloinstrumente unterbrochen werden.